Gebietsentwicklung

Der Klavierspieler von Jarmuk - Konzert mit Aeham Ahmad

Das Konzert findet statt am Donnerstag, 27. April 2017 um 20.00 Uhr in der Hasse-Aula der Rudolf-Steiner-Schule, Hassestraße 13. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

International bekannt geworden ist Aeham Ahmad durch sein Klavierspiel inmitten der Trümmer
des umkämpften Palästinenserlagers Jarmuk bei Damaskus. Der dort 1988 geborene Musiker
vertonte zuerst Texte seiner Freunde mit einfachen Akkorden und schwungvollen Refrains. Um vor
allem den Kindern und Jugendlichen Hoffnung zu geben, spielte er diese Lieder auf einem Klavier,
das er auf einem Wasserwagen durch die zerbombten Straßen fuhr. Aber auch mit Beethoven,
Bach sowie Chopin, Mozart oder Jazz und immer wieder vielen selbst geschriebenen Liedern
schenkte er den Menschen in seiner Heimat ein wenig Freude.

Seit seinem fünften Lebensjahr lernte Aeham Ahmad Klavier spielen. Sein Vater spielt Geige und
arbeitet als Instrumentenbauer im eigenen Musikgeschäft, er gab seinem Sohn den ersten
Unterricht. Mit sechs Jahren tritt Aeham Ahmad in die Musikschule des Dirigenten Solchi Al Wadi
in Damaskus ein, von 2005 bis 2007 studiert er am Konservatorium bei Professor Vladimir Sarezki.
2007 geht er nach Homs und studiert an der musikalischen Fakultät der Al Baath Universität. Doch
für ihn, der als palästinensischer Flüchtling keinen syrischen Pass bekommt, bleibt es ein Traum,
am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium zu studieren.

Nachdem Dschihadisten, für die klassische Musik eine Sünde ist, vor seinen Augen sein Klavier
anzündeten, musste er fliehen. Wie hunderttausende andere Menschen schlug er sich über Land
zur türkischen Küste durch, von dort mit einem Schlauchboot auf eine griechische Insel und weiter
über die Balkanroute, bis er schließlich im September 2015 in Deutschland ankam. Seine Frau und
seine beiden Söhne konnten im Rahmen der Familienzusammenführung im letzten Jahr
nachkommen.

Seine ersten Auftritte hatte Aeham Ahmad bereits im Oktober 2015 bei einem Konzert für
Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfern in München, seither folgten viele Konzerte in Deutschland
und Europa. 2015 erhielt Ahmad den erstmals verliehenen Internationalen Beethovenpreis für
Menschenrechte, Frieden und Freiheit.

Das Konzert wird vom Verein Bergedorfer für Völkerverständigung veranstaltet. Der Verein möchte
damit auch dafür werben, die in Bergedorf lebenden geflüchteten Menschen zu unterstützen. So
werden besonders Bergedorferinnen und Bergedorfer gesucht, die als Paten Geflüchtete bei der
Integration in unsere Gesellschaft und Kultur begleiten und unterstützen.
(Text: Pressemitteilung, Verein Bergedorfer für Völkerverständigung)